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GeoTour Granit

Luisenburg bei Wunsiedel - Verwitterungsformen im Granit

An der Erdoberfläche ist Granit der Verwitterung und Abtragung unterworfen. Sowohl die teilweise feucht-warmen (subtropisch/tro­pischen) Klimaverhältnisse des Tertiärs als auch die wechselnd kalten und warmen Klimaphasen des Quartärs (Eiszeitalter) haben Felsenlabyrinthe und andere Granitverwitte­rungsformen entstehen lassen.

Der ursprünglich strukturlose Granit weist oberflächennah auffällige Klüftungen (Trennflächen­gefüge) auf. Diese sind sowohl vertikal, als auch horizontal und oberflächenparallel orientiert. Die überwiegend vertikalen Klüfte gehen auf tektonische Kräfte zurück. Die horizontalen und oberflächenpa­rallelen Klüfte sind die Folge der Abtragung des Deckgebirges und der damit verbundenen Verringerung der Gebirgsauflast. Die Orientierung parallel zum Hang zeigt, daß die Klüfte erst sehr oberflächennah (< 100 m Tiefe) entstehen. Wasser und darin enthaltenen Säuren und Gase dringen über die Kluftsysteme in die Gesteinskörper ein. Diese Klüfte stellen damit ideale Angriffsflächen für die Verwitterung dar.

Wollsäcke sind rundliche, matrazenförmige Gesteinsblöcke, die mit Wolle gefüllten übereinanderges­tapelten Säcken ähnlich sehen. Die Wollsäcke zeichnen das Kluftsystem des Granitkörpers nach. Sie entstanden als relativ frische Kernstücke schwimmende im lockeren Verwitterungsgrus. Bleiben die Wollsack-Blöcke nach Freilegung in ihrer ursprünglichen Lagerung liegen bilden sie Felstürme. Sind sie ineinander verstürzt, ergeben sich sogenannte Felsenlabyrinthe. Werden die Wollsack-Blöcke durch die Abtragung weiter hangwärts transportiert, formen sich Blockströme oder Blockmeere. Ein imposantes Beispiel ist hier die Luisenburg.

Schema der Bildung von „Wollsäcken“ (Wilhelmy 1957)

Natürliches Kluftsystem eines Granitkörpers (abgeändert nach Cloos)

Typische Wollsack-Formation, Rudolfstein im Fichtelgebirge

GPS pozice

N 50° 0.727', E 11° 59.498'
[GPX]

[MAPY.CZ]