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GeoTour Granit

Pleystein - Granit - Pegmatit

Pegmatite sind grob- bis riesenkörnige Gesteine und können bis zu metergroße Kristalle enthalten. Von Mineraliensammlern werden sie besonders wegen ihres Reichtums an seltenen Mineralstufen geschätzt. Sie beherbergen aber vor allem eine Vielfalt an mineralischen Rohstoffen. Pegmatite erstarren im Endstadium der Granit-Kristallisation und bestehen – wie dieser – aus Quarz, Feldspat und Glimmer. Zumeist treten Pegmatite als gangförmige oder tropfenartige Intrusionen im Dachbereich eines Granit-Plutons auf.

Die Restschmelze eines granitischen Magmas enthält viele leichtflüchtige und gasförmige Bestandteile wie Wasserdampf, Kohlendioxid, Bor-, Fluor- und Phosphor-Verbindungen. Diese Komponenten fördern das schnelle Wachstum und den Riesenwuchs der Kristalle während der Pegmatit-Kristallisation.

Wirtschaftlich sind Pegmatite zumeist als Lagerstätten sog. Industrieminerale interessant. Darunter versteht man mineralische Rohstoffe, die z. B. in der Elektro-, Glas- oder Keramik-Industrie aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften gebraucht werden. Dazu zählen auch Feldspat, Quarz und Glimmer.

Pegmatite sind auch durch abbauwürdige Anreicherungen seltener Metalle wie Lithium, Beryllium, Rubidium, Cäsium, Niob, Tantal oder Hafnium gekennzeichnet. Seltene Metalle werden in Legierungen und besonders in der Hochtechnologie gebraucht. Zum Beispiel wird Lithium in Akkus für Laptops und Mobiltelefone benutzt; Tantal wird u. a. in Kondensatoren in der Automobilelektronik (ABS, Airbag) und der Medizintechnik eingesetzt.

Der hutförmige Pegmatit südwestlich von Hagendorf ist einer der größten Mitteleuropas. Er hatte große bergmännische Bedeutung als Feldspat-Lagerstätte. Der Abbau begann 1894 und endete 1983 mit der vollständigen Erschöpfung der Vorräte. Neben 1,2 Mio t Kalifeldspat für die Porzellan- und keramische Industrie wurden auch etwa 1500 t des Lithium-Erzes Triphylin (LiFePO4) abgebaut. Heute sind noch mehr als 1 Mio t hochwertigen Quarzes in Hagendorf-Süd vorhanden. Ein Abbau ist derzeit nicht wirtschaftlich.

Die Minerale der Pegmatite werden bei der Abkühlung von 650 °C auf 450 °C gebildet. Die Kristallisation erfolgt dabei von den Rändern der Pegmatit-Körper nach innen und führt häufig zu einem zonaren Aufbau.

Die Seltenen Metalle werden während der Kristallisation des Granits nicht in die Hauptminerale eingebaut. Sie bilden daher in Pegmatiten eigene Erzminerale, etwa das schwarze Niob-Tantal-Oxid Columbit-Tantalit („Coltan“).

In Hagendorf-Süd wurde sowohl im Tagebau als auch im Untertagebau gearbeitet. Als Folge von 90 Jahren Bergbau ist ein tiefes Loch übrig geblieben. Es ist zu sehen an der Straße von Pleystein über Miesbrunn nach Hagendorf.

GPS pozice

N 49° 38.806', E 12° 24.632'
[GPX]

[MAPY.CZ]