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Uhelná trasa

Der Stollen Johannes der Täufer

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Sokolover Region zu einem wichtigen Zentrum der böhmischen Alaunindustrie. In Staré Sedlo gab es zwei Mineralwerke, die sich durch den Industriellen Johann David Starck (1770–1841) zu modernen Industrieanlagen entwickelten. Das untere Mineralwerk der Heiligen Dreifaltigkeit stand in der Nähe des Stollens „Johannes des Täufers“. Der Stollenvortrieb begann 1815–1816. Der Stollen wurde zum größten Teil in Fels getrieben, und zwar manuell oder mit schwarzem Pulver. Gradientendrift erreicht nur 2–3 pro mille, d.h. 20–30 cm pro 100 m Länge. Die Gesamtlänge des Tunnels beträgt 950 m. Die ersten 520 Meter von der Mündung sind in den Felsen (Sandsteine der Staré Sedlo-Fm.), der mittlere Abschnitt ist gezimmert und der letzte ausgemauert. Das Stollenmundloch liegt auf einer Meereshöhe von 398,16 m.

Laugen von Alaunschiefern im 16. Jahrhundert (nach Georgius Agricola)

Der Hauptzweck der Stollen war Abwasserung des Reviers Michal. Während des Mineralwerkbetriebs diente er auch als Transportmittel. Die schwefelkieshaltige Kohle wurde mit Förderwagen aus dem Bergwerk transportiert. Ein Teil des Materials diente zur Herstellung von Schwefel, der durch Rösten gewonnen werden konnte. Der andere Teil wurde auf Haufen gestapelt, wo sich das schwefelkieshaltige Gestein durch atmosphärische Einflüsse und Berieselung mit Wasser zu saurem Lehm zersetzte. Daraus wurde eine Sulfatlauge zur Weiterverarbeitung gewonnen. Die ganze Technologie ähnelte sehr an die mittelalterlichen Verfahren. Der Stollen „Johannes der Täufer“ ist heute ein Kulturdenkmal.

Lage des Stollens im Jahre 1872

Wappen des Geschlechts der Starcks (Archiv SUAS))

Stollenportal

Nützliche Informationen

Quelle: JISKRA J. (1996): Odvodňování dolů dědičnými štolami s ohledem na horní práva na Sokolovsku i jinde. – Historia/SU a. s. Sokolov. 154 S.

GPS Position

N 50° 11.011', E 12° 42.846'
[GPX]

[MAPY.CZ]