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Uhelná trasa

Hernych – de Erbstollen in Čistá bei Svatava

Der Kohlebergbau in der Nähe der Industriestadt Svatava (Zwodau) wurde im 18. Jahrhundert aufgenommen, allerdings nur in geringen Ausmaßen. Er war eher auf Alaunschiefer, als auf die eigentliche Kohle orientiert. Ein Mineralbetrieb für die Alaun- und Schwefelsäure­produktion befand sich an der Mündung des Baches Radvanovský potok in den Fluß Svatava. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die chemischen Betriebe allmählich in die Umgebung von Pilsen verlagert und der Kohlebergbau begann die Region zu beherrschen.

Die Minderstadt Svatava ist ein wichtiges Zentrum des Sokolover Bergbaurevier. Im Jahr 1804 kam nach Svatava Fabrikant Johann David Starck, der zusammen mit seinem Sohn Johann Anton einen Mineralwerk (chemische Fabrik), eine Glasfabrik und eine Arbeiterhäuser­kolonie errichtete. Als Kraftstoff wurde schon Kohle benutzt. Von dem Fabrikantenname ist der Name des Standortes Davidov (Davidsthal) abgeleitet. Von Namen der Grubenmaßen leitet sich Bezeichnung der Kohleflöze Josefi, Agnes und Antoni, die heute immer noch verwendet ist.

Im Wald, rechts an der von Svatava nach Josefov verlaufenden Straße, sind zwei Relikte des Braunkohletiefbaues versteckt – die Mundlöcher der Stollen Hernych und Gustav. Der Stollen Hernych wurde zum Kulturdenkmal erklärt und fesselt die Aufmerksamkeit durch das unlängst sanierte, gemauerte Portal aus dem Jahr 1918. Das tiefer gelegene Mundloch des älteren Stollens Gustav von 1797 ist verbrochen und verrät sich durch einen starken Wasseraustritt.

Das Portal des Stollens Hernych

Der Stollen Hernych erreichte eine Länge von 225 m. Er war nur mit Holz verzimmert, so daß dessen Verlauf an einer Einbruchlinie verfolgt werden kann. Benannt wurde der Stollen nach dem Gewerke der Brüder Florian, Emil und Richard Hernych, die das Bergwerk 1920 kauften und den Kohlentief- und –tagebau betrieben. Die Kohle wurde mit einer 600 m langen Seilbahn zur Eisenbahnstation in Podlesí (derzeit Svatava-zastávka) transportiert. Nach mehrfachem Besitzerwechsel wurde das Bergwerk 1938 stillgelegt. Das Interesse konzentrierte sich auf das Braunkohleflöz Jo­sef.

Der Stollen Hernych auf alter Grubenkarte

Das Schema des Kohlenabbaus

GPS Position

N 50° 11.859', E 12° 35.926'
[GPX]

[MAPY.CZ]