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Třetihorní subtropy

Sandgrube Erika

Die Sandgrube Erika ist eine unter Geowissenschaftlern international bekannte Fundstelle für eine gut erhaltene Flora aus dem Alttertiär (Eozän, ca. 35 Mio. Jahre). Die fossile Pflanzengemein­schaft der Staré Sedlo-Schichtengruppe (Altsattler Schichten) weist Merkmale sogenannter immergrüner Regenwälder der subtropischen Zone auf. Zu den typischen Baumarten gehörten Zimtbäume (Daphnogene cinnamomea), Lorbeerbäume (Laurus), Gagel (Myrica), Fächerpalmen (Sabal) und ein Vorgänger der Eiche (Eotrigonobalanus furcinervis). Die Sandgrube bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Studium von Sedimentation­sstrukturen. Aus ihnen lassen sich Aussagen über die Entstehung der Sedimente und die damaligen Umweltbedingungen ableiten. Die Sandgrube ist das am besten erschlossene Profil der Altsattler Schichten im Geopark. Diese stellen im Sokolov-Becken die älteste Sedimenteinheit dar und entstanden in einer Seen- und Flußlandschaft. Deshalb besteht sie überwiegend aus Flußschottern und -sanden, die teilweise zu Konglomeraten und Sandsteinen verfestigt sind. Im Bereich der Sandgrube weist die Schichtenfolge eine Gesamtmächtigkeit von mehr als 20 Metern auf. Abgebaut wurden in der Grube Erika die oberhalb des Grundwasserspiegels befindlichen 12 Meter. 

In der stillgelegten Sandgrube entstand ein interessantes Naturareal. In den älteren Bereichen sind die Sukzessionprozesse bereits erheblich fortgeschritten und die Flächen werden von Heidekraut (Calluna vulgaris), Hänge-Birke (Betula pendula), Waldkiefer (Pinus sylvestris) und weiteren, an den nährstoffarmen Boden angepaßten Arten bewachsen. In anderen Bereichen ist die Sukzession noch nicht bis zum Baumbestand fortgeschritten. Hier wechseln sich vegetationsfreie Flächen mit Enklaven von Rasen-, Feucht- und Wasserflächen ab. Sie werden nach und nach durch das Straußgras (Agrostis sp.), die Binse (Juncus sp.), den Rohrkolben (Typha sp.) und das Schwimmende Laichkraut (Potamogeton natans) besiedelt. Die Feucht- und Wasserbiotope in der Grube stellen geeignete Lebensräume für Amphibien dar. Zu den hier vorkommenden Arten zählen Echter Frosch (Rana), Laubfrosch (Hyla arborea), Kreuz- (Bufo calamita) und Erdkröte (B. bufo), Teichmolch (Triturus vulgaris) und Kammolch (Triturus cristatus). Von Mai bis August siedelt in der Sandgrube eine Kolonie von Uferschwalben (Riparia riparia). Die Vögel graben lange Niströhren in die Grubenwand. 

GPS Position

N 50° 13.018', E 12° 36.163'
[GPX]

[MAPY.CZ]