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Erkennungsroute Rotava

Waldfriedhof

Die Lage des Standortes

Waldfriedhof der Gefangenen vom 1. Weltkrieg versteckt sich in Wäldern am Rand des Plateaus zwischen Jindřichovice (Heinrichsgrün) und Rotava (Rothau). Die Gefangenen wurden in einem Lager interniert, das im Jahr 1915 die gesamte Ebene umfasste. Es bestand aus fast 300 Holzbaracken auf einer Fläche von 60 Hektar. Das Gebiet wurde mit Stacheldraht umgeben und mit Wachtürmen und Beleuchtung ausgestattet. Die ersten 20 Russen kamen am 17. Juni 1915. Der letzte Transport von etwa 1.000 Männern kam am 25. November 1917. In den überfüllten Baracken wurden 28.000 Internierten beherberget. Rund 40.000 Häftlinge aus Russland und Serbien sowie anderen Balkan-Staaten gingen durch das Lager. Unter Bewachung arbeiteten die Gefangenen im Forstbetrieb, in Rothauer Eisenwerken und im Steinbruch Kernberg. Manche wurden auch auf den Bauten von Chemieanlagen und Abstellgleis in Falkenou (Sokolov) eingesetzt. Bis zu 40 Personen erlagen täglich den unmenschlichen Bedingungen und Epidemien.

Kriegsgefange­nenlager während des Ersten Weltkriegs

Auf dem Waldfriedhof Kernberg wurden zwei Felder von Gräbern gegründet, erstes für die orthodoxen Serben und Russen, zweites für die katholische Gefangene. Dem Friedhof dominieren zwei riesige Betonkreuze – Orthodoxes (mit schrägem Querbalken) und Latein (rechteckig), die beiden sind durch Basaltsäulen vom anliegenden Steinbruch gestützt. Der Waldfriedhof ist bereits verfallen und die über den Gräbern in den Himmel ragenden Kreuze weisen darauf, dass die Toten ihren Frieden gefunden haben.

Das orthodoxe Kreuz

Das lateinische Kreuz

Im Jahre 1931 wurde auf Kosten des Königreichs Jugoslawien der Wasserbehälter des ehemaligen Lagers südlich Jindřichovice (Heinrichsgrün) zu einem Mausoleum umgebaut. Das Gebäude, ähnelndes eine orthodoxe Kapelle, enthält Särgen von 7.100 Jugoslawen und 189 Russen. Hier finden regelmäßige Gottesdienste zur Erinnerung an die Opfer des Gefangenenlagers unter Teilnahme von orthodoxen Geistlichen, Familienmitgliedern der Opfer und Vertretern der Gemeinde Jindřichovice stat­t.

Mausoleum Jindřichovice (um 1935)

Dieser Text wurde für Sie von Petr Rojík vorbereitet.

GPS Position

N 50° 17.922', E 12° 35.631'
[GPX]

[MAPY.CZ]