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Der historische Lehrpfad „Jáchymover Hölle“

Die Grube Rovnost

Im Jahre 1792 war im Eliastal nordwestlich von Jáchymov die Grube Rudolph geteuft. Um den Besuch des aufstrebenden deutschen Geologen Abraham Gottlieb Werner zu gedenken, war sie im Jahre 1850 auf Wernerschacht umbenannt. Den Namen Rovnost („Gleichheit“) erhielt dar Schacht erst im Kontext mit dem Nachkriegsuran­rasen. Bis 1961 gab es hier der befürchtete Arbeitslager „P“; an seinem Platz ist jetzt eine Wochenendhaussi­edlung.

Wernerschacht vor 100 Jahren

Die Rovnost ist die tiefste Grube im Erzrevier Jáchymov. Sie hat eine direkte Tiefe von 661 m, zusammen mit dem Blindschacht ist es 707,7 m. Auf der Ebene der 12. Sohle auf einer Meereshöhe von 262 Meter ist sie dem Schacht Svornost verbunden. Der Förderturm wurde längst entfernt, der Schacht ist jetzt mit massiven Balken abgedeckt und mit Stahlplatten begrenzt. Genaue Bezeichnung der Grube ist Rovnost I, die Grube Rovnost II liegt oberhalb Mariánská, in der Nähe des Bergwerks Adam.

Füllen der Erzkübel mit Pechblende (1945)

Das Bergwerk Rovnost gehörte auch zu den produktivsten im Erzrevier Jáchymov. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Geburt des Jáchymover Badewesen. In der Mine lagen die ersten radioaktiven Quellen. Von hier wurde radioaktives Heilwasser in das Haus des Bäckers Kühn in Jáchymov (Nr. 282 auf dem Platz der Republik) in zu Fuß oder mit Pferdekutschen getragen. Seit 1908 wurde mit einer Rohrleitung zu den in der Uranfabrik errichteten Badekabinen und später seit 1911 zum neuen Kurgebäude (heutiges Kurortzentrum Agricola) geleitet.

Träger des radioaktiven Wassers (frühes 20. Jahrhundert)

Die Grube Rovnost ist durch Vorkommen von vielen seltenen Mineralien berühmt. Mit über 400 beschriebenen Arten zählt das gesamte Erzrevier Jáchymov weltweit zu den reichsten mineralogischen Lokalitäten.

GPS Position

N 50° 22.304', E 12° 53.548'
[GPX]

[MAPY.CZ]