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Der Bergbaulehrpfad Frühbuß

Die Bergmannssiedlung Frühbuß

Die Lage des Standortes

Přebuz (dt. Frühbuß) entstand als eine Bergmannssiedlung auf der Herrschaft Heinrichsgrün (Jindřichovice). 1340 kaufte die Herrschaft mit umliegenden Zinnlagerstätten die Familie Plik mit Genehmigung des Klosters Teplá. Zinnerz aus den Bachsedimenten wurde zunächst nur saisonal gewaschen. Im 16. Jahrhundert entstand in der Nähe der Zinngruben eine Renaissance Siedlung Friebes (1542) oder Fruepis (1543). Im Zeitraum von 1553–1713 wurde Přebuz ein bergmännisches Untertanenstädtchen. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Denkmäler in der Umgebung (Přebuz- und Rudné-Wassergraben, Seifen, Schächte, übertragenes Kircheninventar). Während der Reformation war lutherischer Pastor Adam Zephelius (z.B. die Schrift „Neue Jahrespredigt“, 1610) in Přebuz tätig.

Přebuz am Anfang des 20. Jahrhunderts

Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde die Herrschaft den Herren von Nostitz verkauft. Zu den Bergbaudenkmälern der Barockzeit gehören der St.-Elizabeth-Erbstollen und wildes, mit Pingen und Gruben bedecktes Bergbaubezirk Zechengebirg. Nach dem Verfall des Bergbaus verdiente die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt mit Hausarbeit und Handwerk, die größte Bedeutung hatten Spitzenklöppelei Knopfmacherei, Weberei und Herstellung von Perlmuttknöpfen. Einige gingen in die Fabriken in Kraslice, Nejdek und Eibenstock arbeiten. Familien betrieben bescheidene Landwirtschaft, Torfstechen und Warenschmuggel. Neue Hoffnung für das Dorf brachte die Neuöffnung des Otto Schachts im Jahre 1933. Erheblich erweitert waren die Gewinnung und Verarbeitung der strategischen Zinnerze während des Zweiten Weltkriegs.

Přebuz um 1930

Nach dem Krieg war die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ausgesiedelt. Während im Jahr 1945 wohnte in Přebuz 1219 Einwohner, 1947 blieben nur 269. Nur aufgrund der Erkundungsarbeiten auf Uran und Zinn (bis 1958) blieb die Ortschaft erhalten. Vom 20. Jahrhundert sind die Skelette der Erzaufbereitun­gsanlage, des Hauptschachts und ein Teil des Ritterschachts erhalten. Seit 1980 wird Přebuz als attraktiver touristischer Ort im gleichnamigen Naturpark bekannt. Seit 2007 ist Přebuz die kleinste Stadt der Tschechischen Republik. Im Jahr 2012 hatte sie 78 Einwohner.

Blick aus dem Glockenturm auf den unteren Teil von Přebuz

Blick aus dem Glockenturm auf den oberen Teil von Přebuz

Dieser Text wurde für Sie von Petr Rojík vorbereitet.

GPS Position

N 50° 21.999', E 12° 37.142'
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[MAPY.CZ]