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Vlčí hora

Záhoří kaple

Das Dorf erstreckte sich in einem flachen Tal am Quellgebiet eines namenlosen Bachs auf einer Hochfläche in der Nähe der Einmündung des Kosí potok (Amselbachs) in die Mže (Mies). Der bezaubernde Ort, an dem sich das Dörflein befand, ist vom Vlčí hory (Wolfsberg) aus gut einsehbar. Das kleine Dorf mit dem verhältnismäßig häufig vorkommenden Tschechischen Namen Záhoří, was eine an einem abgelegenen Ort „hinter den Bergen" gelegene Siedlung bezeichnet. An den Ort, wo das Dorf einst stand, führt uns von Tschernoschin aus ein gelb markierter Wanderweg, beziehungsweise ein grün markierter von dem Eisenbahnhaltepunkt Oschelin (Ošelín) aus. Die ältesten Nachrichten über das Dorf beziehen sich erst auf das Jahr 1544. In der auf das Jahr 1656 datierten Steuerrolle bestand das Dorf aus drei bäuerlichen Anwesen. Zum Dorf gehörte auch eine herrschaftliche Mühle an der Mies. Am Hang jenseits des Tals der Mies stand einst kleines, heute verschwundenes Dörflein, Víska (Weska) genannt, wird erstmals im Jahr 1390 erwähnt. Víska gehörte es ursprünglich zu Sahorsch, ebenso wie die Hablitzenmühle, die weiter unten lag. Bestandteile der Ortschaft waren auch ein Hegerhaus und eine Ziegelei, sowie 2 Bahnwärterhäus­chen. Im Jahr 1838 bestand Sahorsch aus 15 Häusern, in denen 96 Menschen lebten. Im Jahr 1930 hatte Sahorsch 17 Anwesen und 80 Einwohner. Sein Grundriss war nicht regelmäßig, was uns anzeigt, dass es nicht planmäßig entstanden ist. Die Menschen an den Sonntag nach Černošín gewandert, um die Frühmesse zu besuchen. Nach dem Gottesdienst hätten die Frauen die Einkäufe und die Männer hätten den Viehmarkt beim alten Friedhof besucht. Oberhalb von Sahorsch steht am Waldrand die Kapelle zur allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Kapelle hat Georg Kalheg, Bauer aus Sahorsch, im Jahr 1824 errichten lassen. Die rechteckige, ursprünglich gewölbte Kapelle steht auf einem Grundriss von 3,50×4,70 m. Lebendig geworden sei das Dorf vor allem zur örtlichen Dreifaltigkeit­skirchweih. Diese habe sich auf die oberhalb von Zahorsch stehende kleine Kapelle mit diesem Patrozinium bezogen. Die zu dieser Kapelle führende Prozession sei von der Kirche in Černošín ausgegangen, habe an den Ruinen der Burg Wolfstein vorbeigeführt und nach Sahorsch gestiegen. Nach der Messe sei den Wallfahrern eine einfache Brotzeit gereicht worden, die aus Kaffee und Brot mit Butter bestanden habe. Deshalb habe die Kirchweih in Sahorsch auch „Butterbrotfest" geheißen. Im Jahr 1946 wurden aus Sahorsch insgesamt 61 deutsche Einwohner abgeschoben. Nach dem Weggang der deutschen Bevölkerung wurde das Dorf etwa zur Hälfte neu besiedelt. Auf dem Katastralgebiet der Gemeinde wurden 171 Hektar landwirtschaf­tlichen Bodens bewirtschaftet. Vom Jahr 1950 an entvölkerte sich das Dorf allmählich, der landwirtschaftliche Boden ging an Staatsgüter über und die Felder verwandelten sich in Weideland. Im Jahr 2007 wurde auch die Kapelle oberhalb von Sahorsch neu hergerichtet und geweiht. Im selben Jahr fand auch der erste Jahrgang des Butterbrotfests unter Beteiligung früherer Bewohner aus Böhmen und aus Deutschland statt.

GPS Position

N 49° 48.146', E 12° 50.842'
[GPX]

[MAPY.CZ]