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Lazurový vrch

Pístov

Die Umgebung von Pístov wird gebildet mit umgewandelten Gesteinen, vor allem mit granatischem Amphibolit. Bei ihrer Verwitterung entstand auch eisernes, sog. limonitisches Erz. Lagen von braunen bis rostbraunen Limonit erreichten die Mächtigkeit von einigen Zentimeter bis Dezimeter. Gruben nach der Eisengewinnung befinden sich auch in unfernem Holubín. Letzter Bericht über die Eisenerzförderung in diesen Gemeinden ist aus dem Jahr 1834. Damals wurde der Abbau geschlossen und in diesem Jahr hat man noch 1095 Eisenschoppen produziert. Pístov ist eine bekannte Wallfahrtgemeinde. Die erste Erwähnung über die Pilgerkirche zu hl. Bartholomäus ist schon aus dem Jahr 1236. Im 14. Jahrhundert übergeht Pístov unter den Kloster Teplá. Heutigere Pilgerkirche wurde in Jahren 1750 bis 1765 erbaut nach Plänen der Gebrüder Dienzenhofer. Drinnen gibt es schöne Freskenverzierung. Hundertjahrelang war Pístov ein bedeutendes Pfarrzentrum mit weitreichendem Pfarrbezirk, das bis zum Bach Kosí potok langte. Ein Grabhügel nördlich vom Dorf wurde im Jahre 1965 aus grob behauenen Steinen gebaut. Es geht um ein Monument von Opfern der Todesmärsche, welche am Ende des zweiten Weltkriegs verliefen. Am Marsch, der am 13. April 1945 von Konzentration­slagern Legenfeld und Zwickau ausgegangen ist, sind 1450 Männer und 150 Frauen teilgenommen. Nach acht Marschtagen sind sie auf die Straβe zwischen Martinov und Holubín gekommen, wo sie versehentlich mit dem Feuer eines amerikanischen Flugzeugs angegriffen wurden. An Ort und Stelle sind 16 Häftlinge gestorben und alle verletzten wurden statt der Behandlung erbarmungslos massakriert mit deutschen Soldaten. Deutsche Bewohner von unfernem Pístov haben am Abend die Opfer auf vier Wagen abgeholt und in eine Grube im Wald etwa 100 m vom Friedhof eingegraben. Der Ort wurde nicht bezeichnet. Die im März 1946 durchgeführte Exhumierung zeigte, daβ im Massengrab Überreste von 66 Menschen sind. Die Opfer von Polen, Sowjetunion, Italien, Belgien, Deutschland, Jugoslawien, Ungarn und Tschechoslowakei wurden in Särge eingepaβt und würdevoll auf dem Friedhof beerdigt.

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GPS Position

N 49° 55.443', E 12° 45.853'
[GPX]

[MAPY.CZ]