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Bergmännische Städte und Dörfer

Oloví (Bleistadt)

Oloví (Bleistadt) entstand als Bergarbeitersi­edlung an reichen Bleierzlagerstätten. Die älteste schriftliche Urkunde über Gruben in der Umgebung stammt aus dem Jahr 1314.

Das Stadtsiegel aus dem 16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert begann Blei an Bedeutung zu gewinnen – es wurde in der Glockengießerei, im Münzwesen und als Zugabe für Töpferglasuren verwendet. Vor allem war es jedoch ein unentbehrlicher Zusatz bei der hüttentechnischen Gewinnung von Kupfer und Silber. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß das einflußreiche Haus Schlicks zum neuen Besitzer des Herrschaftsgutes wurde. Sie benötigten das Blei zur Aufarbeitung ihrer Silbererze. Die sich am Hügel über dem Tal der Zwodau ausbreitende Ortschaft wurde 1523 Bleistadt benannt. Bereits seit 1524 führte die Stadt ein Bergbuch und spätestens im 16. Jahrhundert besaß sie ihr eigenes Siegel und Wappen. 1548 verloren die protestantischen Schlicks durch die Gegenreformation ihr Vermögen und die Gemeinde ging in den Besitz der Krone über. 1558 erteilte ihr König Ferdinand I. Stadtrechte und 1561 erhob er sie zur Königlichen Bergstadt. Schon im 16. Jahrhundert war der Großteil der 40 – 50 Bleierzgänge des Reviers, das sich von Studenec über Oloví und Hřebeny bis nach Radvanov erstreckte, bereits bekannt. Zum Ende des 16. Jahrhunderts hatte man etwa 30.000 Tonnen Blei gewonnen. Danach ging die Produktion allmählich zurück bis die Gruben am Ende des 19. Jahrhunderts stillgelegt wurden.

Treibofen zum Trennen von Blei und Silber

Danach breitete sich in Oloví die manufakturelle Herstellung von Perlmuttknöpfen, Musikinstrumenten, Spielzeug und geklöppelten und genähten Spitzen aus. 1892 wurde eine Glasfabrik zur Herstellung von Tafelglas und Spiegeln gegründet. Diese Fabrik blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als die ursprünglich deutschen Einwohner durch Zuzügler aus der ganzen damaligen Tschechoslowakei ersetzt wurden, die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Die erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen für militärische Zwecke führte im 20. Jahrhundert zur Neueröffnung der Gruben, doch erbrachten die Versuche der Blei- und Urangewinnung keine größeren Erfolge. Heute unterstreichen die zahlreichen Einstürze und verfallenen Stollenmundlöcher den geheimnisvollen Eindruck der romantischen Waldlandschaft um Oloví.

Stadtwappen

GPS Position

N 50° 14.690', E 12° 33.515'
[GPX]

[MAPY.CZ]