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Bergmännische Städte und Dörfer

Nejdek (Neudek)

Nejdek (Neudek) entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Bergbau- und Holzhackerkolonie am alten Handelsweg nach Sachsen. Schriftlich wird die Ortschaft 1340 zum ersten Mal erwähnt, 1410 wurde sie zur Stadt erhoben. Der größte Aufschwung des Erzbergbaus fällt in die Ära der Herrschaft der Elbogener Grafen Schlick (1446 – 1602). Aus dieser Zeit stammt auch das historische Stadtwappen mit dem Schlick’schen roten Schild und Hroznat’schen schwarzem Geweih.

Stadtwappen

In der Umgebung von Neudek wurde vor allem Zinnerz abgebaut. Später hat man begonnen, auch Eisenerz zu fördern, was zum Bau von zahlreichen Hütten und Hämmern führte. Nach dem Verfall des Bergbaus im 17. Jahrhundert verdiente die Bevölkerung ihren Lebensunterhalt mit Hausarbeit und Handwerk, die größte Bedeutung hatten Knopfmacherei, Weberei und Spitzenklöppelei. Eine wirtschaftliche Belebung brachte erst die industrielle Revolution. Zu dieser Zeit entstanden die prägenden Industriebetriebe der Stadt. Zeitgleich entstanden die Eisenbahnlinien nach Chodau (1881) und von Karlsbad via Nejdek nach Johanngeorgenstadt (1889).

Heute ist Nejdek eine industrielle Stadt, ein wichtiges Erholungsgebiet, sowie ein Ausgangsort für Tourismus im Erzgebirge. Zu den interessantesten Attraktivitäten der Stadt gehört der Burgturm – Reste einer mittelalterlichen Burg; heutzutage dient er als ein römisch– gotischer Glockenturm der Barockkirche St. Martin. Neudeker Felsen wurde von dem Fluß Rolava (Rohlau) herausmodelliert. Der Felsen wird in Schulbüchern als ein Beispiel des quaderförmigen Granitzerfalles erwähnt. Zusammen mit dem Burgturm wurde er von J. W. v. Goethe verewigt, der diese im Jahre 1786 bei seiner Reise durch Nejdek zeichnete. Zu anderen Sehenswürdigkeiten gehören auch die neugotische evangelische Kirche, das Gebäude des Museums, das Neudeker Schloss und der berühmte, 1500m lange Kreuzweg. Das Stadtzentrum wurde als eine Denkmalschutzzone erklärt. Einen der schönsten Ausblicke auf das Erzgebirgsbecken bietet der Steinaussichtsturm auf dem Tisovský vrch – Pajndl, der das ganze Jahr über frei zugänglich ist und zu dem markierte Wanderwege führen.

Die Neudeker Burg um 1890 (nach A. Levý)

Die St.-Martin-Kirche

Pajndl

Teilweise übergenommen aus den im Jahre 2007 ausgegebenen und von der Europäischen Union und der Karlovarský kraj finanziell unterstützten Werbematerialien.

GPS Position

N 50° 19.486', E 12° 43.946'
[GPX]

[MAPY.CZ]