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Bergmännische Städte und Dörfer

Horní Blatná (Bergstadt Platten)

Die bergige Region zwischen Boží Dar und Potůčky gehörte im 15. und 16 Jahrhunderts abwechselnd zu Böhmische Krone und Sachsen. 1459 fiel sie aus den Händen des Königs Georg von Podiebrad zu sächsischen Kurfürste. Nach dem Sieg der Katholiken über Protestanten in Schmalkalden schloß sie 1546 Ferdinand I. von Habsburg wieder zur Königreich Böhmen.

Stadtsiegel (16.-17. Jahrhundert)

Horní Blatná gehörte damals zu den bedeutendsten Zinnlagerstätten in Böhmen. Das Zinn hat man in der Umgebung wahrscheinlich bereits seit dem 14. Jahrhundert gewaschen. Das Zinnerz Kassiterit (Zinnstein) wurde aus sandartig verwitterten Ausbissen zinnsteinführender Gänge gewonnen. Neben Zinn wurden auch Silber und Eisen abgebaut. Die Blütezeit des Zinnbergbaus dauerte bis zum Ende des 16. Jahrhundert. Der anschließende Verfall wurde hauptsächlich durch eine gesamteuropäische Wirtschaftskrise und durch die Erschöpfung der seichten, leicht zugänglichen Lagerstättenbe­reiche verursacht. Schwere Rückschläge erlitt der Bergbau auch durch den Dreißigjährigen Krieg 1618–1648, die Auswanderung der protestantischen Bergleute nach Sachsen, Pestepidemien und wiederholte Hungersnöte. Im 17. Jahrhundert waren im Revier nur noch Zinnseifen im Betrieb. Das wichtigste Bergwerk am Blatenský vrch war die Grube „Wolfgang“, die bereits 1532 im Betrieb stand. An ihrer Stelle befinden sich heute die Pingen „Vlčí jáma“ (Wolfspinge) und „Ledová jáma“ (Eispinge), die durch den Abbau der Greisengänge „Wolfgang“ und „Georg“ von der Erdoberfläche und unter Tage entstanden. Die Grube wurde durch den Laurenzi-Stollen unterfahren, der seit 1749 als Gemeindestollen vorgetrieben wurde.

Eispinge

Weitere bedeutende Gruben waren „Conrad“ und „Gabriel“ nördlich der Stadt. Sie wurden 1790 und 1809 stillgelegt. Der Lehrpfad widmet sich insbesondere der Bergbaugeschichte. Er führt an der Wolfs- und Eispinge vorbei.

Der Stadtwappen besteht aus einem „gespaltenen“ Schild. Im rechten Feld ist ein Silberbalken. Linkes Feld ist in zwei rote Felder unterteilt. Oberes Feld zeigt einen silbernen Löwen mit erhobener Pfote, das untere gekreuzte Rechen und Hacke in natürlichen Farben.

Stadtwappen

GPS Position

N 50° 23.491', E 12° 46.211'
[GPX]

[MAPY.CZ]