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Bergmännische Städte und Dörfer

Boží Dar (Gottesgab)

Bereits 1531 werden Zinngruben in der Umgebung von heutigem Boží Dar (Gottesgab) erwähnt. Im gleichen Jahr wurde hier wahrscheinlich auch eine Siedlung gegründet, offenbar an der Stelle des ehemaligen Ortes Wintersgrün. Es wird jedoch angenommen, daß schon im 12. und 13. Jahrhundert Zinn aus Seifen, und zwar auch unter dem Torf, gewonnen wurde. Die bis zu 3 m hohen Seifenhügel im flachen Černý potok (Schwarzwasser)-Tal westlich von Boží Dar stammen aus dem 16. Jahrhundert und stellen das größte böhmische Zinnseifenfeld dar. Im Jahre 1531 werden auch die Silbergruben erwähnt – St. Lorenz, St. Jörgenstollen, Drei Feder und ein Jahr später auch St. Albrecht. Seit 1534 galt in Gottesgab die Bergordnung. Zum größten Aufschwung des Bergbaus kam es unter dem König Ferdinand I. Der Name der Siedlung wird angeblich vom Spruch des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich abgeleitet. Als ihm zur Rast ein Sessel aus einem einzigen Stück reinen Silbers angeboten wurde, lehnte er ab: „Dieses edle Metall, das ist euer Brot, das ist eine Gabe Gottes“. Anderen Quellen nach wird bereits 1525 die Grube St. Lorenz erwähnt, die auch den Namen Gottes Gabe trug.

Abb. 1 Bergbaubetrieb mit Haspel und Schmelzen von Wismut im 16. Jahrhundert (nach Ercker)

Gottesgab wurde am 6. Juni 1546 vom sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich zur Freien Bergstadt erhoben. In seinem Wappen trug sie anfangs einen einfachen Schild mit bergmännischem Werkzeug. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein gespalteter Schild benutzt, der Schlägel und Eisen in linkem und gekreuzte Spitzhacke und Gabel in rechtem Feld zeigte. Das Siegel aus dem Jahre 1673 trägt über dem Schild das Bild von Gott-Vater auf dem Himmel, das ursprünglich mit dem Wappen nicht zusammenhing und nur als Verzierung diente. Mit der Zeit wurde jedoch das Bild von Gott-Vater zu tradiertem Schildbewahrer.

Stadtwappen

Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1618–1648 richtete sich der Bergbau auf Kobalt, Arsen und Zinn aus, deren Gewinnung damals nicht, wie bei anderen Metallen, verlustbringend war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Bergbau praktisch zum Stillstand und die Bevölkerung verdiente ihren Lebensunterhalt durch die Holzfällerei und Spitzenklöppelei sowie das Heimhandwerk. Die Bergbautätigkeit bei Boží Dar wurde zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg erneut aufgegriffen – neben Zinn und Wolfram richtete sich das Interesse hauptsächlich auf Uran. Heute gilt Boží Dar als eines bedeutende Touristenzentrum für Winter- und Sommersport.

Erzgebirgische Waldarbeiter im Jahre 1921

GPS Position

N 50° 24.658', E 12° 55.334'
[GPX]

[MAPY.CZ]