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Bergmännische Städte und Dörfer

Jáchymov (Skt. Joachimsthal)

Der Silberbergbau im Erzrevier Jáchymov begann Anfang des 16. Jahrhunderts. Urkundlich nachweisbar ist er seit 1516 mit Aufnahme des Bergbaus durch die neu gegründete Berggewerkschaft des Grafen Stephan Schlick. Bereits im Jahre 1520 erhielt die Ansiedlung rund um die Minen den Status einer freien königlichen Bergstadt, die schon seit 1517 als St. Joachimsthal bezeichnet wurde. Die im Ort seit 1519 geprägten „Joachimsthaler Guldengroschen“ spielten eine wichtige Rolle bei der Einführung des Münz-Geldsystems. Von der damals auch gebräuchlichen Bezeichnung „Thaler“, „Taler“ oder „Tolar“ leitet sich der Name des amerikanischen Dollars ab.

Alte Abbildung Joachimsthaler Guldengroschen

St. Joachimsthal wurde bereits nach wenigen Jahren die nach Prag zweitgrößte Stadt Böhmens und damit eine der größten Städte Mitteleuropas – 1534 lebten hier 18 200 Einwohner. Bereits Anfang des 17. Jh. waren die Silbererze weitgehend erschöpft und die weitere Aufmerksamkeit galt insbesondere den ebenfalls vorkommenden Nickel-, Kobalt-, Wismut- und Arsenerzen. Seit der Mitte des 19. Jh. traten zu diesen Metallen auch Uranerze, die zunächst zur Herstellung von Farben, später zur Gewinnung des 1898 entdeckten Radiums dienten. Die letzte Bergbauperiode begann mit dem Abbau des Urans für die atomare Nutzung. Der kurze und rücksichtslose Abbau (spätestens seit 1945 bis 1964) dieses militärisch nutzbaren Rohstoffes verstärkte die moralischen und materiellen Schäden in der Region, die bereits durch die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung nach 1945, die Errichtung eines Sperrgebietes und die Praktiken des kommunistischen Regimes gezeichnet war. Nach Stillegung der Gruben 1964 begann sich die Stadt ihrer Tradition als Kurort. Diese begann im Jahre 1906 mit der amtlichen Anerkennung der Kuranstalt mit vier Bäderwannen, für die Bergmänner das radonhaltige Heilwasser in hölzernen Bütten herantrugen. Die außerordentliche Heilwirkung des Radonwassers ist durch eine niedrige medizinisch günstige Dosierung einer weichen α-Strahlung gegeben, die durch Reizung das Immunsystem anregt und damit eine heilende Wirkung hervorruft. Zu einer Reihe an Indikationen gehören u. a. Erkrankungen des Bewegungsapparates, rheumatische Erkrankungen, degenerative Zustände, Neuralgien, Morbus Bechterew und Stoffwechseler­krankungen.

Skt. Joachimsthal am Ende des 19. Jahrhunderts

Das Stadtwappen bildet ein gevierter Schild. Erstes und viertes Feld ist schrag Rot und Gold geteilt, mit silbernem doppelschwänzigem Löwe. Im zweiten und dritten Feld sind zwei grauen Felsen mit goldenem Haspelbau, vorne mit einer Bergmannsfigur. Das rote Herzschild mit silbernen Balken trägt die Bergmannsgeräte. Der Wappenschild wird von Heiligen Joachim (rechts) und Anna (links) gehalten.

Stadtwappen

GPS Position

N 50° 22.306', E 12° 54.831'
[GPX]

[MAPY.CZ]