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Sklářská stezka Železná Ruda

Rothsohlhütte

Die Glashütte wurde wahrscheinlich im Jahre 1769 gegründet. Vielleicht handelt es sich um die Hütte, gegen ihre Gründung im Jahre 1769 die benachbarten Glasmacher protestierten. Die Hütte befand sich in einer Seehöhe von 847 m. Die Hütte produzierte Tafel- und Hohlglas. Die Fabrik wurde wahrscheinlich 1791 aufgelöst.

Zu dieser Zeit kann man die Glashütte gut lokalisieren, im Gelände befinden sich Reste der Außenmauern der Gebäude und ein ziemlich großer Abfallhaufen mit Glas- und Schmelzwannen­fragmenten.

Produktion des Tafelglases

Die Glashütten im Tal von Büchelbach (Svarožná) produzierten im 18. und 19. Jahrhundert vor allem das Flachglas (Tafel- und Spiegelglas) und eine kleine Menge des hohlen Wirtschaftsglases, wie es damals in Tafelglashütten üblich war. Das Tafelglas wurde hier mithilfe der heute schon praktisch vergessenen Technik des Blasens von Glaszylindern hergestellt. Es war ein Verfahren, das schon im Mittelalter bekannt war, als aus kleinen Zylindern die Fenster für Vitragen hergestellt wurden. Am Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Technik von Venezianern entwickelt und die Venezianer begannen größere Spiegeltafeln zu produzieren. Von Venedig kam die Technik irgendwann nach der Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Mitteleuropa und von hier aus verbreitete sie sich zum Beispiel nach Frankreich als „procedé de Bohême“(böhmisches Verfahren).

Die neuen Glastafeln, mit denen mithilfe eines Kitts Holzrahmen verglast wurden, übertrafen in vielen Hinsichten die bis jetzt üblichen Fenster, die mit gerahmten mit Blei verbundenen Glaskreisen ausgefüllt wurden. Sie ließen mehr Licht in die Räume, die Verglasung und der eventuelle Austausch der Glastafeln waren wesentlich einfacher und die Fenster waren auch im Hinblick auf die Holzrahmen deutlich billiger. Es wurden Palast- und Bürgerhausfenster ausgetauscht und der neue Fenstertyp beeinflusste auch die Architektenpläne. Am Ende des 17. Jahrhunderts und am Anfang des 18. Jahrhunderts wuchs sehr schnell der Bedarf nach dem neuen Fensterglas und die Glashütten schafften es nicht die Glastafeln zu liefern. Es kamen also immer neue Glashütten, die auf Flachglas spezialisiert waren. Ihre größte Konzentration in Mitteleuropa war auf beiden Seiten der böhmisch-bayerischen Grenze ungefähr von Tachau (Tachov) bis Hurkenthal (Hůrka).

Die spezialisierten Glasmacher – die Glastafelmacher – verbesserten immer die benutzte Technik. In der Hälfte des 18. Jahrhunderts lieferten die Glashütten Glastafeln, die bis 80×70 cm groß waren, und am Ende des 18. Jahrhunderts waren die Glastafeln bis zu 300×150 cm groß. Sie wurde selbst von der Einführung des Gussglases nicht verdrängt und bis 20er Jahre des 20. Jahrhunderts war sie eine dominierende Art der Herstellung des Flachglases. Das Glas hatte aber eine ungleichmäßige Dicke, weil es beim Blasen herabfloss, bessere Glasarten mussten also anschließend geschliffen und poliert werden.

Die Technik des Glasblasens von Glaszylindern wurde erst von einer seit 1919 eingeführten Technik überboten, wo die flüssige Glasmasse zwischen gekühlten Walzen zu einem Glasband geformt und im noch erwärmten Zustand zu Tafeln geschnitten und in Öfen abgekühlt wurde. Diese neue Technik verdrängte in ein paar Jahren das Blasen von Glaszylindern, das nur zur Herstellung einiger speziellen Arten des Flachglases benutzt wurde. Auch diese neue Technik wurde später in 50er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Floatglasfertigung überboten, wo die Glasschmelze kontinuierlich auf ein Bad aus flüssigem Metall geleitet wird. Wer erinnert sich noch an die muskulösen Glasmacher, die die riesigen Glaszylinder bei Öfen bliesen.

Nützliche Informationen

Wichtige Informationen:

GPS Position

N 49° 8.597', E 13° 10.930'
[GPX]

[MAPY.CZ]

Kontakt

Město Železná Ruda
Milan Kříž
Tel.:602646780
e-mail:kriz@zeleznaruda.cz
http://